Page 13 - Adlershof Journal November/Dezember 2015
P. 13
UNTERNEHMEN



Werkstoffe




unter der Lupe Zwei Beispiele: Mit der Zugmaschine lassen sich Werkstücke bis 50 Mitarbeiter bei Block beschäftigt. Neue werden nicht gesucht,





dieses sind groß und erinnern an Ausrüstungen von Fitness-
Die Firma von Norbert Block prüft zu 250 Kilonewton (25 t) auf Zugfestigkeit testen. Geräte wie aber die Firma ist ein Ausbildungsbetrieb.
Der Berliner Norbert Block hat Maschinenbau studiert. Seine
studios. Die Mitarbeiter untersuchen etwa die Resistenz von
Materialeigenschaften Schweißnähten: Ein metallenes Werkstück bricht im Idealfall Firma gründete er 1991 in Charlottenburg wegen eines wichti-
gen Kunden: Für „Siemens Energy“ prüfte Block Gasturbinen-
nicht an der Naht, sondern woanders. In einem anderen Raum schaufeln. Doch im März liefen viele Outsourcing-Verträge aus.
geht es filigraner zu. Ein Autohersteller hat eine Nockenwelle Ein Umzug mit einer Ausrichtung auf erneuerbare Energiequel-
Von der Nockenwelle bis zur Gasturbine – die Block eingeliefert. Sie wird zerlegt, in Kunststoff eingefasst, geschliffen len bot sich an. Im „Zentrum für Photovoltaik und Erneuerbare
und poliert. Anschließend ätzt eine Mitarbeiterin die Oberfläche
Materialprüfungsgesellschaft untersucht Werkstoffe an. Unter dem Lichtmikroskop erkennt sie, ob die Nockenwelle Energien“ in Adlershof wurde man fündig. In dem modernen
und Komponenten aus Metall und Kunststoffen auf ihre von feinen Rissen durchzogen ist oder Einschlüsse hat. Anhand Gebäude belegt die Firma eine ganze Etage; zusätzlich steht im
Eigenschaften und mögliche Herstellungsfehler. Zu den des Berichts kann der Autohersteller falls nötig den Produktions- Parterre eine Industriehalle mit 500 Quadratmetern zur Verfü-
gung. „Hier sieht es noch etwas unaufgeräumt aus“, sagt Block
Kunden zählen Unternehmen vieler Sparten. Seit Juni prozess verbessern. lächelnd. Bald werden in der Halle weitere Prüfanlagen instal-
ist die in Charlottenburg gegründete Firma auf dem Von April bis Oktober herrscht bei Block Betrieb rund um die Uhr. liert sein.
Campus Adlershof ansässig. Dann läuft bei Kraftwerken die Revision. Mitarbeiter schwärmen Erste Kunden hat Block zusätzlich zu den alten bereits gefunden,
aus, um Turbinen, Kessel und Rohre zu prüfen. Dabei werden mo- zum Beispiel die benachbarte Firma „Element Materials Tech-
U ltraschall, Wirbelstrom, Röntgenstrahlen – mit Methoden wie diesen bile Messgeräte eingesetzt. Für Bauteile, die nicht abmontiert nology“ aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt. Weitere sollen
werden dürfen, wird u. a. die Abdrucktechnik genutzt. Damit las-
untersuchen Mitarbeiter der „Block Materialprüfungsgesellschaft“ Werk- sen sich Aussagen über das Gefüge eines Bauteils treffen. bald folgen. Block erzählt von der Idee, mit Wärmebildkame-
ras, installiert auf Drohnen, Alterungseffekte von Photovoltaik-
stücke ihrer Kunden. Taugt der Fertigungsprozess? Ist eine Komponen- „Wir passen nach Adlershof wie die Faust aufs Auge“, meint anlagen aufzuspüren – gemeinsam mit einem Institut in
te verschlissen? „Es gibt hunderte von Fragestellungen, was wir prüfen
sollen“, erklärt Norbert Block, der Firmengründer. Anfang Juni zogen die Block. Jeder Fertigungsbetrieb brauche eine Qualitätskon- Adlershof. So geht auch die Materialprüfung mit der Zeit. st
trolle und damit auch eine Materialprüfung. Zurzeit sind
akkreditierten Materialprüfer nach Adlershof um.
Blocks Firma bedient Kunden aus etlichen Bereichen: Auto- und Bahnher- ANZEIGE
steller wie Alstom und BMW, Energieunternehmen wie Vattenfall und
E.ON sowie Firmen der Luft- und Raumfahrt. Die Kunden schicken Werk-
stücke oder Komponenten aus Metall oder Kunststoffen. Oder Mitarbeiter
von Block kommen zur Untersuchung vor Ort, auch ins Ausland. Die Firma
bietet zerstörungsfreie Prüfungen an – zum Beispiel per Ultraschall –, hat Fühlt sich wohl am neuen Firmensitz: Norbert Block im ZPV Erdgas: Für alle, die auf Klimaschutz abfahren.
aber auch viele andere Prüfverfahren parat: mechanisch-technologische
ebenso wie metallographische Untersuchungen bis hin zu Analysen per Im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen werden bei Erdgas-Fahrzeugen weniger Stickoxide produziert, es wird weniger CO 2
Rasterelektronenmikroskop. verursacht und nahezu kein Feinstaub emittiert. Fahrzeuge mit Erdgas-Antrieb können damit für saubere Luft auf Berlins
Straßen sorgen. Zahlreiche Hersteller bieten bereits eine breite Modellpalette von Kleinwagen bis hin zu Nutzfahrzeugen
mit Erdgas- Antrieb an. Und die Umwelt freut sich.
www.gasag.de/erdgasfahrzeuge-gewerbe
























Labormitarbeiter diskutieren eine Bruchfläche mittels Rasterelektronenmikroskop Ultraschall-Phased-Array-Prüfung an einem Vergleichskörper



GAS-15.103_EFZ_Gewerbe_AdlershofJournal_185x121+3_ICv2.indd 1 28.07.15 12:06
12 Adlershof Journal | November_Dezember 2015 Adlershof Journal | November_Dezember 2015 13
   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18